Scania ist Erster mit Ethanol-Lkw
Erstellt am: 18/04/2008, 00:00:00
Scania ist Erster mit Ethanol-Lkw
Scania ist der erste Hersteller, der seinen Kunden die Möglichkeit des
kompletten Umstiegs auf einen flüssigen erneuerbaren Kraftstoff anbietet –
ein Meilenstein auf dem Weg zu ökologisch nachhaltigen Transporten in
Städten und Ballungsgebieten.
Ethanol-Lkw durchlaufen zurzeit bei Kunden von Scania als Verteiler-, Entsorgungs- und Recyclingfahrzeuge abschließende Tests. Scania-Kunden können mit diesem erneuerbaren Kraftstoff und mit dieser Technologie alle ihre Transporte bzw. Personenbeförderungen in der
Stadt übernehmen. Die Ethanol-Motoren von Scania basieren dabei auf dem
Diesel-Verbrennungsprozess. Dies ergibt, verglichen mit dem Otto- Verbrennungsprozess, einen um bis zu 40 % größeren Aktionsradius. Scania verpflichtet sich außerdem, für seine Ethanolfahrzeuge sämtliche
erforderlichen Kontakte, Genehmigungen und Zulassungen einzuholen, die der
Kunde für die Sicherstellung seiner Kraftstoffversorgung benötigt.
Scania hält Ethanol für den zurzeit kosteneffizientesten erneuerbaren Kraftstoff für
den Stadtverkehr, da Ethanol unverzüglich den Einstieg in ein ökologisch nachhaltiges
öffentliches Transportsystem ermöglicht. Scania baut seit fast 20 Jahren
Ethanol-Motoren für Busse. Die Technologie ist ausgereift und hat sich im intensiven
harten Alltag der Stadtbusse bewährt. Diese Erfahrung machen Busunternehmen
bereits in vielen Städten.
Scania ist bisher der einzige Nutzfahrzeughersteller, der die Möglichkeit anbietet,
Personenbeförderung und Gütertransporte mit dem gleichen erneuerbaren Kraftstoff
durchzuführen. Ab dem nächsten Jahr bieten die neuen Ethanol-Lkw in Kombination
mit dem bereits eingeführten Produktprogramm von Ethanol-Bussen Speditionen
und Busunternehmen, Behörden und Kommunen die Chance, ihre Fahrzeugflotten
ganz auf den erneuerbaren Kraftstoff umzustellen.
Ethanol lässt sich genauso einfach handhaben, wie alle anderen flüssigen Kraftstoffe.
Unter der Voraussetzung, dass Ethanol aus brasilianischem Zuckerrohr
hergestellt wird, bewirkt Ethanol verglichen mit konventionellem Dieselkraftstoff eine
Senkung der CO2-Emissionen von bis zu 90 %. Projekte, Ethanol aus Forstabfällen
mit integrierten Bioprozessen herzustellen, bei denen Heizleistung oder Strom
mitgewonnen werden, erzielen für die Umwelt vergleichbar attraktive Ergebnisse.
Sicherstellung der Kraftstoffversorgung
Das Engagement von Scania für die ökologisch nachhaltige Entwicklung umfasst für
diese Fahrzeuge alle notwendigen Kontakte sowie die Erstellung von Dokumentation
und die Unterstützung bei dem Einholen von Zulassungen und Genehmigungen, die erforderlich sind, um in einer Region die Infrastruktur für die Versorgung mit Ethanol
aufzubauen. Außerdem kümmert sich Scania um die Typenzulassung. Wenn die
Kraftstoff-Infrastruktur einmal geschaffen ist, können sich auch kleinere lokale Busoder
Transportunternehmen anschließen.
Die Herstellung von Ethanol als Benzinersatz boomt weltweit. Die Produktionsinfrastruktur
gibt es daher schon. Der Kraftstoff, der für einen Dieselverbrennungsprozess
benötigt wird, ist Ethanol mit 5 bis 7 % Additiven als Zündhilfe sowie für die
Verbesserung der Schmierung.
Ethanol-Motor mit Dieselverbrennung
Die Ethanol-Motoren von Scania arbeiten nach dem Diesel-Prinzip (Selbstzündung).
Die Effizienz dieser dritten Generation von Ethanol-Motoren entspricht dem Dieselmotor-
Standard. Bei Pkw, die mit Ethanol oder einer Ethanol/Benzin-Mischung
gefahren werden, verwendet man Otto-Motoren, deren Wirkungsgrad erheblich
niedriger ist.
Scania ist der einzige Hersteller, der die Diesel-Ethanol-Technologie beherrscht.
Der neue Ethanol-Motor ist ein angepasster 9-Liter-Scania-Dieselmotor mit
Ladeluftkühlung und Abgasrückführung (EGR). Der Motor erfüllt mühelos den EEVStandard
(EEV = Enhanced Environmentally Friendly Vehicle), der etwas strenger ist
als die Euro 5-Norm. Mit Pumpe-Düse-Elementen in jedem Zylinder sowie zwei
Ausgleichswellen in der Ölwanne beeindruckt der Fünf-Zylinder durch Laufruhe und
Wirtschaftlichkeit.
Die Leistung ist für einen 9-Liter-Motor hoch. Die Motorleistung beträgt 270 PS, das
Drehmoment volle 1.200 Nm, was zu exzellentem Ansprechvermögen und vorbildlicher
Fahrbarkeit führt. Gerade die Durchzugskraft bei niedrigen Drehzahlen
ermöglicht es, den Antriebsstrang für optimalen Kraftstoffverbrauch auszulegen.
Der Motor ist Teil des Modulsystems von Scania, bei dem die gleichen Komponenten
für verschiene Motoren in unterschiedlichen Konfigurationen verwendet werden.
Ergebnis: Teileversorgung und Wartung werden dadurch erheblich erleichtert, da die
Teile stets verfügbar sind und jede Scania-Werkstatt mit dieser Motortechnologie
bereits bestens vertraut ist.
Ausgereifte Technologie
Scania hat seit 1989 etwa 600 Ethanol-Stadtbusse hergestellt. Die meisten von
ihnen sind in schwedischen Städten im Einsatz, mit vielen Pluspunkten für die
Umwelt. Ethanol verbrennt von sich aus sehr sauber und neben einer erheblichen
Senkung der CO2-Emissionen lassen sich auch andere Emissionen senken.
Die Stockholmer Verkehrsbetriebe SL haben mit ihren Scania Ethanol-Bussen
keinerlei negative Erfahrung gemacht, solange die Wartungsintervalle eingehalten
werden. Die Busse selbst sind Standardfahrzeuge mit regulären Scania-
Komponenten. Scania Ethanol-Busse sind heute bereits in zwölf schwedischen
Kommunen sowie in mehreren Städten außerhalb von Schweden im Einsatz,
z. B. in Madrid/Spanien, La Spezia/Italien, Słupsk/Polen, Nottingham/Großbritannien sowie in São Paulo/Brasilien, aber auch in China und Australien. Weitere Ethanol-
Busse werden demnächst in Dänemark, Norwegen und Belgien ausgeliefert. In
Europa steigt das Interesse an Ethanol-Motoren, ebenfalls in Südafrika sowie in
mehreren südamerikanischen Ländern. Auch in den USA boomt das Interesse an
Ethanol.
Weitere Städte haben bereits Interesse an diesen Ethanolfahrzeugen gezeigt, nicht
zuletzt, nachdem die Clinton Climate Initiative, CCI, erklärte, dass Stockholm mit
seinen Scania-Bussen über ein vorbildliches Konzept verfügt und dass Ethanol-
Busse von Scania zu den besten existierenden Lösungen zählen, um Kohlendioxidemissionen
im Stadtverkehr zu senken. Vierzig Großstädte in aller Welt sind an
der CCI mit beteiligt.
Erfolgreiches Ethanol-Erbe
Der erste Ethanol-Motor von Scania wurde aufgrund von Kraftstoffmangel bereits
1916 entwickelt. Die ersten modernen Ethanol-Motoren von Scania kamen Ende der
70er Jahre zum Einsatz – damals in Brasilien, nachdem die Regierung dort
entschied, so viele fossile Kraftstoffe wie möglich durch ökologisch nachhaltige
Alternativen zu ersetzen. Ein großer Teil der Pkw-Flotte des Landes wurde in kurzer
Zeit von Benzin auf Ethanol oder eine Kraftstoffmischung umgestellt.
Scania nahm sich bei seiner Forschung vor, einen Dieselmotor zu entwickeln, der
mit überlegenem Wirkungsgrad mit Ethanol betrieben werden konnte. Diese
Anstrengungen intensivierte Scania Mitte der 80er Jahre, als sich die Stockholmer
Verkehrsbetriebe (SL) entschieden, in der schwedischen Hauptstadt auf erneuerbare
Kraftstoffe umzusteigen.
Der bewährte 11-Liter-Lkw- und Busmotor von Scania wurde in einem ersten Schritt
auf Ethanol umgestellt – diesem Kraftstoff wurde besonders für den Kaltstart und für
eine erleichterte Verbrennung ein Zündverbesserer zugesetzt. Mit einer Leistung von
260 PS hielt dieser Motor schon 1989 die NOx- und PM-Werte ein, die erst 2001
durch Euro 3 vorgeschrieben wurden – Abgasgrenzwerte, von denen man 1989
noch nicht einmal zu träumen wagte.
In einem ersten Schritt wurden in Stockholm die Ethanol-Busse von Scania anstelle
von Dieselfahrzeugen auf Strecken in der Innenstadt der schwedischen Hauptstadt
eingesetzt. Heute verkehren Ethanol-Busse – ergänzt durch einige Biogas-
Fahrzeuge – auf allen innerstädtischen Strecken in Stockholm. Die Stockholmer
Verkehrsbetriebe SL berichten von beeindruckenden Umweltvorteilen durch diese
frühe Entscheidung und haben begonnen, Ethanol-Busse auch im Vorortverkehr
einzusetzen.
Die zweite Generation des Scania-Ethanol-Motors präsentierte das Unternehmen
zusammen mit seinem neuen Omnibus-Programm 1996 – auf der Grundlage
des 9- Liter-Motors. Der im Scania OmniCity Niederflur-Stadtbus angebotene Motor
leistete 230 PS und hielt die Schadstoffgrenzwerte von Euro 4 ein. Die jetzt
vorgestellte dritte Generation erfüllt die gegenwärtig strengste Norm, EEV.