Bauindustrie schreit nach PKW-Maut
Erstellt am: 12/08/2008, 00:00:00 - Aktualisiert am: 10/01/2009, 00:00:00
Autofahrer sollen zahlen, wenn sie Autobahn fahren: Das fordert der Boss der deutschen Bauindustrie - nicht ohne Hintergedanken.
Die Bauindustrie hat sich für eine PKW-Maut ausgesprochen. "Wir sollten ohne Schaum vor dem Mund auch über die Erweiterung der Maut auf kleine LKW und PKW diskutieren", sagte Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, dem "Handelsblatt" vom Dienstag.
"Angesichts des milliardenschweren Investitionsstaus und des täglichen Verkehrsinfarkts auf den Straßen kommen wir um eine Mauterhöhung nicht herum", sagte Knipper. Um Zusatzbelastungen durch eine PKW-Maut zu vermeiden, sollte über einen Ausgleich nachgedacht werden, etwa den Wegfall der Kfz-Steuer. Bisher gibt es auf deutschen Autobahnen eine Maut nur für schwere LKW, die 2009 angehoben werden soll.
Streit der Bosse
Die Absicht ist klar: Knipper will, dass der Staat mit neuen Mauteinnahmen mehr Geld für den Straßenbau erhält. Von neuen Aufträgen sollen die Unternehmen der Bauindustrie profitieren. Um kurzfristig den "Investitionsstau" zu lösen, sei es sinnvoll, die Einnahmen aus dem Börsengang der Bahn auf die Straße zu lenken, forderte Knipper.
Der Industrieboss stellt sich mit seinen Vorschlägen gegen anderslautende Forderungen des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Der BDI hatte sich gemeinsam mit dem Land Bayern und LKW-Verbänden für eine Verschiebung der für 2009 geplanten Mauterhöhung ausgesprochen. Sie brächte dem Bund knapp eine Milliarde Euro Mehreinnahmen für den Verkehrswegebau.
(Quelle: focus.de)