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Kritik an elektronischen Helfern

Erstellt am: 27/05/2008, 00:00:00 - Aktualisiert am: 10/01/2009, 00:00:00

Der Ruf nach Technologien, die Fahrer unterstützen, ist laut nach dem schweren Lkw-Unfall auf der A 2, bei dem am Wochenende fünf Menschen starben. Aber: Fahrer-Assistenz-Systeme greifen bei unbeweglichen Objekten wie einem Stau-Ende überhaupt nicht ein.

Die Forderung von NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) nach einem elektronischen Helfer, der automatisch eine Notbremsung einleitet, wenn das Fahrzeug sich einem unbeweglichen Objekt nähert, sei nicht erfüllbar, sagt Dr. Hartmut Kitterer, Ingenieur beim Lkw-Hersteller Iveco. Nach dem Stand der Technik, so Kitterer, erforderten die Systeme eine Mindestgeschwindigkeit von sieben Kilometer pro Stunde, um reagieren zu können. ?Die Sensoren sind so ausgelegt, dass sie auf das vorausfahrende Fahrzeug reagieren und dementsprechend die Geschwindigkeit reguliert wird?, erklärt Kitterer. Er habe einen Abstandsregeltempomaten entwickelt. ?Wenn auf einer freien Strecke, nach einer Kurve oder einer Kuppe plötzlich ein Hindernis auftaucht, macht das System gar nichts.?

Dass auf stehende Objekte wie Stau-Enden reagiert wird, sei nur möglich, wenn innerhalb des 150 Meter umfassenden Sensorbereichs das vorausfahrende Fahrzeug aus der Bewegung zum Stehen käme. ?Sonst würde das System auch bei Cola-Dosen auf der Fahrbahn oder Abgrenzungen bei Autobahnausfahrten eine Notbremsung einleiten?, erklärt Kitterer. Selbst wenn im Spezialfall ?stehendes Stau-Ende? die elektronischen Helfer noch nichts ausrichten könnten, gebe es Fälle, in denen Fahrer-Assistenz-Systeme sinnvoll seien.

Sicherheitspaket für 1000 Fahrzeuge
Dessen hat sich nun auch Günter Verheugen, EU-Kommissar für Unternehmen und Industriegüter, angenommen und den Startschuss für eine entsprechende Kampagne gegeben. Gemeinsam unterstützen die Berufsgenossenschaften für Fahrzeughaltung (BGF), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und die Kravag-Versicherungen deutsche Fuhrunternehmen bei der Ausrüstung ihrer Neufahrzeuge mit Fahrassistenzsystemen.

In einem dreijährigen Feldversuch soll nun wissenschaftlich untersucht werden, welchen Vorteil Fahrzeuge haben, die mit einem Sicherheitspaket ausgestattet sind. Dazu erhalten über 300 Unternehmen jeweils 2500 Euro Förderung pro Fahrzeug. Für die Studie wurden 1000 Nutzfahrzeuge mit Abstandstempomat, Spurassistent und elektronischem Stabilitätsprogramm ausgestattet.

Nach den drei Jahren wollen die Forscher dann einen Bericht vorlegen, der diese Gruppe mit einer gleichgroßen Kontrollgruppe ohne Sicherheitspaket vergleicht. Die Kampagne unterstützt die UN-Charta, die eine Halbiereung der Verkehrstoten-Zahlen in Europa bis 2010 erreichen will.

(Westfälische Rundschau)


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