Nutzfahrzeughersteller rechnen mit Normalisierung des deutschen Marktes
Erstellt am: 18/08/2008, 00:00:00 - Aktualisiert am: 10/01/2009, 00:00:00
Die Prognosen erwarten weiteres Wirtschaftswachstum, doch für die europäischen Nutzfahrzeughersteller ist das Ende der Konjunkturspirale in Deutschland erreicht: Sie erwarten eine Normalisierung des Marktes, hat die VERKEHRSRUNDSCHAU erfahren.
Sie kann sich noch sehen lassen, die Bilanz des ersten Halbjahres 2008: Mit 170.000 Nutzfahrzeugen wurden von Januar bis Juni rund fünf Prozent mehr in Deutschland abgesetzt als im Vorjahr. Doch die stolze Zahl markiert nach Überzeugung der europäischen Nutzfahrzeughersteller das Ende einer Fahnenstange: Auf einer Veranstaltung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung (IAA) Nutzfahrzeuge lautete der Tenor der Hersteller: Normalisierung.
Weiter auf Wachstumskurs bleibt nach Meinung des VDA die Van-Sparte, die im ersten Halbjahr noch um neun Prozent angezogen hat. Der Rückgang der übrigen Sparten ist auf den steigenden Dieselpreis zurückzuführen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen und des Masterplans der Bundesregierung forderte VDA-Präsident Matthias Wissmann: "Die Zeit der Grabenkämpfe muss der Vergangenheit angehören. Es ist genug Verkehr für alle da." Gleichzeitig müsse die Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Dazu favorisierte Wissmann die Einrichtung einer Fernstraßengesellschaft, die die Erträge der LKW-Maut verwalten soll.
Einen Blick in die Zukunft wagte MAN-Chef Hakan Samuelsson: Der Welt-Truck sei zwar angesichts der großen Unterschiede auf den unterschiedlichen Märkten nicht zu erwarten, meinte der Schwede. Aber Komponenten ließen sich durchaus weltweit einsetzen. Konkurrenz aus Asien erwarten die Truck-Manager dabei zunächst nicht. Doch bei den schweren LKW schickt sich Russland an, den etablierten Marken das Leben schwerer zu machen.
(Verkehrsrundschau/ots)