Österreichs Spediteure setzen auf sparsamere Flotte
Erstellt am: 03/06/2008, 00:00:00 - Aktualisiert am: 10/01/2009, 00:00:00
Lkw-Neuzulassungen zuletzt um rund 20 Prozent gestiegen, der Boom ebbt aber langsam ab
Die aktuellen Zahlen der Vereinigung europäischer Autokonstrukteure (ACEA) zeigen einen Boom bei Lkw-Neuanschaffungen in Österreich: Je nach Gewichtsklasse stiegen die Zulassungszahlen in den ersten vier Monaten 2008 zwischen 16 und 20 Prozent.
Für Franz Weinberger, Marketingleiter des Branchen-Primus MAN Nutzfahrzeuge, sind vor allem Umweltvorschriften und die starke Konjunktur der vergangenen Jahre für die guten Zahlen verantwortlich. "Die Transportbranche brummte zuletzt. Daher hatten die Speditionen Geld, um in ihren Fuhrpark zu investieren." Sie seien aber auch gezwungen, ihre Flotte jung zu halten. "Diskussionen um Fahrverbote für ältere Lkw oder die geplante Wegekostenrichtlinie sind wichtige Argumente für die Frächter".
Oskar Berger, Geschäftsführer der Salzburger Speditionsfirma Karl Augustin, hat auch der hohe Dieselpreis veranlasst, heuer rund 400 seiner insgesamt 1300 Lastkraftwagen zu erneuern. "Ein neuer Lkw braucht auf 100 Kilometer rund zwei Liter Diesel weniger. Bei den heutigen Preisen ist das ein wichtiger Faktor", so Berger. Vor zwei Jahren war der Treibstoff für ein Fünftel der Betriebskosten verantwortlich, heute für ein Drittel. "Auch wenn der Austausch eines Lkw zwischen 30.000 und 40.000 ? kostet, kommen neue Fahrzeuge auf Dauer billiger."
Pessimistischer Ausblick
Für die zweite Jahreshälfte sind die Lkw-Importeure jedoch weniger optimistisch. "Die abflachende Konjunktur zeigt sich auch in der Speditionsbranche und damit in unseren Auftragsbüchern", so Weinberger von MAN.
Auch die Konkurrenz bei Volvo bestätigt ein Ende des Booms. "Bis Ende Mai hat der Markt noch stark zugelegt.", so Otto Frommelt, Chef von Volvo Trucks Austria. "Jetzt macht sich aber langsam gedrückte Stimmung breit." Spürbar sein wird das laut Frommelt erstmals bei den Zahlen für das dritte Quartal. Die könnten sogar rückläufig ausfallen. Schuld an der beginnenden Verunsicherung sind laut Volvo-Boss Frommelt die unsichere Wirtschaftslage und der hohe Dieselpreis, der an der Marge der Spediteure knabbert. Volvo, hinter MAN und Mercedes die Nummer drei am Markt, will nicht zuletzt deshalb noch heuer mit einer Hybrid-Kampagne in Österreich starten.
(wirtschaftsblatt.at, Manfred Mader)
