Auch mit 65 läuft es noch richtig rund
Erstellt am: 02/09/2008, 00:00:00 - Aktualisiert am: 10/01/2009, 00:00:00
Am Montagabend traf die 10. Deutschlandfahrt für historische Nutzfahrzeuge in Lübeck ein. Gegen 18 Uhr fehlten noch sechs Fahrzeuge, die 59 anderen Lkw konnten sich rechtzeitig an der MuK aufstellen. Dort warteten schon zahlreiche Autofans.
Es ist für die Besucher eine Zeitreise: Wann sieht man auf der Straße schon einmal einen "berna Olten 5 VK" aus dem Jahr 1961 oder den "Krupp Elch L70", gebaut von 1958 bis 1964? Die meisten Motorfans werden diese Modelle nur aus alten Filmen kennen. Aber es gibt Liebhaber, die ihre ganze Zeit und ihr ganzes Geld in ihren alten Lkw stecken. Und diese natürlich gerne zeigen: Die Deutschlandfahrt führte von Duisburg über Rotterdam und Cuxhaven nach Lübeck. Ab Dienstag folgen noch Stettin und Hamburg.
Den ältesten Lkw fährt Dr. Peter Kraas aus Hattingen: einen Opel Blitz, Baujahr 1943. Sein Wagen war bis 1989 in Radebeul als Gemüse-Transporter im Einsatz. 1999 entdeckte Dr. Kraas ihn bei einem Dortmunder Sammler und kaufte ihn für eine Mark. Das klingt wie ein Schnäppchen, verursachte aber einige Folgekosten. Rund 100.000 Euro hat er inzwischen für die Restaurierung bezahlt. Dafür läuft der Wagen wie neu. Der Arzt macht den Münztest. Auf den laufenden Motor stellt er eine Münze. Sie fällt nicht um.
Pech dagegen für den Fahrer des "VEB Horch H3A S 4000-1" aus dem Jahr 1951. Der Kühler platzte und musste in Lübeck getauscht werden Dachdecker Hofmann kaufte den Wagen 1988 für seinen Betrieb. Nach einigen Jahren Stillstand reaktivierte er das Gefährt 1998 für eine Tour in die Alpen.
Die Veranstalter haben die Fahrt unter das Motto "Hanse-Tour" gestellt. Das war der Grund, weshalb sie auch in Lübeck Station machten. Bernd Saxe, Bürgermeister der Stadt und Vormann der Hanse, empfing die Fahrer dann auch standesgemäß im Audienzsaal des Rathauses.
(hl-live.de/JW)