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45 Jahre Voith Retarder

Erstellt am: 27/06/2008, 00:00:00 - Aktualisiert am: 10/01/2009, 00:00:00

Dass Filter und moderne Antriebe den Feinstaubausstoß vermindern können, ist bekannt. Dass fortschrittliche Bremstechnik ebenfalls ein geeignetes Mittel gegen die gefährlichen Kleinstpartikel ist, beweist die 45jährige Erfolgsgeschichte des Voith Retarders. Die verschleißfrei arbeitende Dauerbremse für Züge, Reisebusse, LKWs und weitere Nutzfahrzeuge reduziert den feinen Bremsstaub um etwa 80 Prozent. Zusätzlich wird das Fahren komfortabler und sicherer, die Durchschnittsgeschwindigkeit steigt und der Kraftstoffverbrauch sinkt. Im April 2008 wurde der 500.000ste Retarder produziert.


Am Beginn der Retarder-Technik steht das Prinzip der hydrodynamischen Kraftübertragung, das 1905 von Professor Hermann Föttinger zum Patent angemeldet wurde. 1961 kamen die ersten serienmäßigen Retarder in 10.000 Tonnen schweren amerikanischen Güterzügen zum Einsatz, die Erz über die Rocky Mountains beförderten. Dort erledigten die so genannten Strömungsbremsen ihre Aufgabe so gut und zuverlässig, dass sie gegen Ende der sechziger Jahre auch zunehmend in Zügen der Bundesbahn verwendet wurden. In dieser Zeit wurde der Omnibus-Hersteller Otto Kässbohrer auf die Technik aufmerksam. Er nahm Kontakt zu Voith auf, um auch seine Busse mit der neuen Bremse auszustatten. Damit begann der Siegszug des "Retarders" auch auf der Straße.

In den nächsten Jahren entwickelte Voith spezielle Retarder für Nutzfahrzeuge. Die Produktion ist dabei rasant angestiegen: Bis 1994, also etwa in den ersten 30 Produktionsjahren, wurden "nur" 100.000 Retarder geliefert. Schon 1998, vier Jahre später, lief bereits das 200.000ste Exemplar vom Band. Das vergangene Jahrzehnt brachte mit weiteren 300.000 Retardern eine nochmalige Steigerung der Produktion. Während dieser Zeit wurde der Retarder ständig weiterentwickelt und verbessert. Ein Meilenstein der Entwicklung ist der Aquatarder, welcher Wasser statt Öl als Betriebsmittel nutzt.

Beim hydrodynamischen Retarder stehen zwei Schaufelräder (Rotor und Stator) gegenüber. Der Rotor ist über die Retarderantriebswelle mit der Gelenkwelle des Fahrzeugs verbunden, der Stator festehend mit dem Retardergehäuse. Im Bremsbetrieb befindet sich Öl zwischen den Schaufelrädern. Das Öl wird durch den Rotor beschleunigt und im Stator verzögert. Dadurch wird auch der Rotor verzögert und das Fahrzeug abgebremst. Die dabei anfallende Bremswärme wird über die Fahrzeugkühlanlage schnell und wirkungsvoll abgeführt. Das Prinzip: Je höher die Geschwindigkeit, desto höher auch die verfügbare Bremskraft von bis zu 950 PS Leistung.

Die Vorteile für den Fahrer: Das gleichmäßige Fahren ist komfortabler, da seltener gebremst und geschaltet werden muss - Vergleichsfahrten kamen auf 36 Prozent weniger Gangwechsel mit Retarder. Die konstante Bremskraft macht das Fahrverhalten berechenbar und damit sicher. Die Vorteile für den Betreiber: Die durch den Retarder begünstigte, gleichmäßige Fahrweise spart Treibstoff und führt zu einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit - in steilem Terrain sind Fahrzeuge teilweise über 50 Prozent schneller. Das dauerhaft einsetzbare Bremssystem schont die Betriebsbremse. Sie kann im Notfall benutzt werden und steht dann kalt und damit besonders wirksam zur Verfügung. Bis zu acht Mal länger hält ein durch Retarder unterstütztes Bremssystem, dadurch sinkt die Anzahl der Werkstattaufenthalte deutlich. Die kompakte, leichte Dauerbremse amortisiert sich meist schon in ein bis zwei Betriebsjahren. Der Voith Retarder wird heute im Voith Turbo-Werk München gefertigt und montiert, Vertrieb, Entwicklung und Service sitzen in Crailsheim.

Im April 2008 ging nun der 500.000ste Retarder in Betrieb. Dieses besondere Modell ist eine Spende: Es sorgt in Zukunft in einem Feuerlöschfahrzeug der Feuerwehr Crailsheim für sichere und komfortable Fahrt.

(Pressemitteilung Voith Turbo)


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